Schule des Solarzeitalters

In der Februarausgabe von Info, der Zeitschrift für die Kindergarten- und Schulwelt Südtirols, herausgegeben vom Bereich Innovation und Beratung und dem Schulamt der Autonomen Provinz Bozen, Südtirol ein Artikel von Karl-Ludwig Schibel zu den Toblacher Gesprächen 2014, “Schule des Solarzeitalters”.

Im Zentrum der Toblacher Gespräche 2014 standen Beiträge zu “Vom Handeln zum Wissen. Lernen für das Solarzeitalter” in der Überzeugung, dass einer der zentralen Orte, die ökologische Konversion einzuüben, die Schule ist. Das gilt viel zu selten für die Schule in ihrer heutigen Form, aber es gibt ermutigende Ansätze, neue Arten und Weisen zu produzieren, zu verteilen, zu konsumieren und zu entsorgen im schulischen Alltag einzuüben, eine lebendige Beziehung zur Natur zu gewinnen und Bilder eines Lebensstils der Suffizienz, sanfter Mobilität, und Technologien im menschlichen Maß zu entwickeln. Welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, in welchen Formen das Lernen für das Solarzeitalter möglich wird und in zweiter Linie, um welche Inhalte es geht, darüber waren sich die Vortragenden mit unterschiedlichen Schwerpunkten weithin einig.

Im Zentrum der Schule müssen die Schüler stehen, genauer die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden. Die Vorstellung, dass die einen wissen, die anderen dieses Wissen erwerben und auf Kommando zu reproduzieren in der Lage sein müssen ist kontraproduktiv und für alle Beteiligten erniedrigend. Otto Herz sprach in seinem Beitrag vom Wissensdurst und Verstehenshunger. Die Schule des Solarzeitalters weckt das Verlangen zu wissen und zu verstehen, die eigene Welt und die gemeinsame zu gestalten und mitzugestalten. Das Vertrauen auf die eigene Gestaltungskraft, die Lust am Selbermachen und an der Selbstwirksamkeit entsteht vor allem im selbstbestimmten Handeln. Fehler sind dabei Freunde, insistierte Herz, und Umwege können produktiv sein. Dabei stellen sich die Einzelnen vor allem unter Beweis in der Zusammenarbeit mit anderen.

Es geht nicht darum, Schülerinnen und Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten, ihnen instrumentelle Fähigkeiten zu vermitteln, um das Bestehende zu reproduzieren und den Anforderungen einer Wirtschaft gerecht zu werden, die nicht zuletzt deshalb in einer tiefen Krise steckt, weil sie in der Fixierung auf quantitatives Wachstum die Produktion von Gütern und Dienstleistungen als Selbstzweck sieht. „Wären wir wirklich ehrlich,“ so Stefano Laffi in seinem Beitrag zur „Verschwörung gegen die Jugend“, dann „müssten wir eingestehen, dass wir nicht die geringste Ahnung davon haben, welche Kompetenzen, Fachbereiche und Fertigkeiten in nächster Zukunft nötig sein werden, ebenso wie wir eingestehen müssten, dass die heute gefragtesten Berufe – z.B. Social Media Editor oder Android-Programmierer – genau jene sind, die noch bis gestern als reine Zeitverschwendung angesehen und von Eltern und Lehrpersonen misstrauisch beäugt wurden.“ Die digitalen Technologie sind heute selbstverständlicher Teil der schulischen Welt, aber auch hier geht es weniger um die Erlernung von Wissen und Fertigkeiten, oft sind da die Lernenden den Lehrenden weit voraus, sondern der bewusste Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien verlangt die keineswegs leicht zu erwerbende Fähigkeit zu filtern, auszuwählen, die sinn- und gehaltvollen Informationen und Nachrichten zu erkennen. Er verlangt, wie Elisabetta Tola ausführte, eine Ökologie und Ökonomie der Aufmerksamkeit, die es den Jugendlichen erlaubt, sich im Ökosystem des digitalen Netzes ebenso wie in der stofflichen Umwelt kompetent zu bewegen.

Was nach 2 Tagen „Toblacher Gespräche“ bleibt

„Vom Handeln zum Wissen“, das war der thematische Rahmen der diesjährigen „Toblacher Gespräche“. Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen setzten sich 2 Tage lang mit der Frage auseinander, wie Bildungsarbeit zu organisieren und zu gestalten ist, damit sie nachhaltig wirksam ist. Das laute Nachdenken über das „Lernen im solaren Zeitalter“ von unterschiedlichen Disziplinen her, das ehrliche Ringen um Orientierungslinien für die Gestaltung der gegenwärtigen und zukünftigen Bildungsarbeit war für mich ein gelungenes Musterbeispiel dafür, wie unsere Gesellschaft ihre Stätten des Lernens verantwortungsbewusst mitdenken könnte.

Vom Handeln zum Wissen – ich habe dabei Kinder vor Augen, die an einem Wasserlauf spielen, Dämme bauen, Rinnsale ziehen, Überschwemmungen herbeiführen und das mit einer Hingabe und Konzentration, die die Zeit rundherum vergessen lässt. Es ist nicht übersehbar, dass die Kinder dabei Erfahrungen machen, die zu Erkenntnissen führen, die weitere – noch komplexere – Handlungen generieren. Aus Spiel wird Ernst und dieses ernsthafte Sich-Auseinandersetzen mit einer Sache gleitet irgendwann wieder über ins Spiel. Ein Kreislauf. Dieses faszinierende Grundmuster, das Andreas Weber in die Gespräche einbrachte, hat Potential, auch im Jugend- und Erwachsenenalter, weil es erlaubt, in diese unsere Welt hineinzuspüren, rational aber auch intuitiv, Fragen und Herausforderungen wahrzunehmen, daraus Aufgaben für sich und die Gemeinschaft abzuleiten, tätig zu werden, zu Wissen zu kommen, um daraus die nächsten Handlungsschritte zu entwickeln. Die intrinsische Motivation, die als innerer Motor dieses Tätigwerden antreibt, garantiert, dass solche Prozesse Selbstläufer werden.

Die „gerasterte“ Bildungsarbeit, orientiert an reinen Wissensvermittlungsplänen, wurde in den „Toblacher Gesprächen“ die Zukunftsfähigkeit abgesprochen. Da tat es gut, zu wissen, dass Kindergärten und Schulen sich heute längst auf anderen Wegen befinden. Die Herausforderung, kompetenzorientiert zu arbeiten, ist mittlerweile überall angekommen – und es lohnt sich auch, dran zu bleiben. Wichtig scheint mir, dass wir vermehrt gute Aufgaben, die aus der herausfordernden Lebensumwelt der Kinder und Jugendlichen kommen, in die schulische Arbeit aufnehmen. Lernen muss Sinn machen und ein Stück weit auch innerlich berühren. Die Toblacher Gespräche haben mir noch einmal verdeutlicht, dass hinter den Kompetenzen, die unsere schulischen Rahmenrichtlinien vorgeben, ein neues (im Grunde kein neues, sondern ein wiederentdecktes) Gespür für unseren sensiblen Planeten Erde und die neuen sozialen und wirtschaftlichen Gefüge wachsen muss und dass daran die Fäden festzumachen sind, die unser gegenwärtiges und zukünftiges Handeln und Tun bestimmen.

In den „Toblacher Gesprächen“ haben vielfältige Denkansätze Raum bekommen. Niemand hat den Versuch unternommen, all das zusammen zu schleifen auf einen gemeinsamen Nenner. Und dennoch war für mich deutlich spürbar, dass hinter den verschiedenen hergezeigten Konstruktionen etwas da war, das die Menschen, die an den „Toblacher Gesprächen“ teilgenommen haben, miteinander verbunden hat. Um es mit Claus Otto Scharmer zu sagen: Ich hatte das Gefühl, da will etwas Neues entstehen.

Josef Watschinger

Cosa è la Buona Scuola

I Colloqui di Dobbiaco 2014 hanno raccolto e discusso contributi su “Imparare per l’era solare” nella convinzione che la buona scuola sia un luogo dove un tema centrale è la conversione ecologica, cioè un nuovo modo di produrre, distribuire, consumare e smaltire beni e servizi in un rapporto co-produttivo con la natura, uno stile di vita di sufficienza, mobilità dolce, tecnica a misura d’uomo. Dove le aule diventano luoghi di nuove esperienze, di auto-formazione, di educazione alla responsabilità e dove l’insegnamento fa crescere le ragazze e i ragazzi insieme ai loro docenti.

È uscito in quel periodo il documento programmatico “La Buona Scuola” il piano che il Governo offre alle cittadine e ai cittadini come proposta di riforma della scuola. Un documento profondamente ambiguo. Fa piacere lo stile diretto e accattivante, fanno sperare le molte buone proposte di valorizzazione del ruolo dei docenti e la scuola nel suo insieme, ma deprime un’impostazione di base che strumentalizza le nuove generazioni a mezzi per tirare il carro fuori dalla palude dove l’hanno mandato chi li ha preceduti. A partire dal sottotitolo: “Facciamo crescere il paese”. Facciamo crescere le ragazze e i ragazzi! Economicamente l’Italia non crescerà nei prossimi anni e comunque non è questo il compito della scuola, e neanche dell’istruzione, essere “l’unica soluzione strutturale alla disoccupazione”.

Al centro della scuola devono essere gli studenti, svegliare con loro, nelle parole di Otto Herz ai Colloqui di Dobbiaco, la sete di conoscenza e fame di comprensione, la gioia di scoprire e voglia di sperimentare, l’intuizione e l’umiltà, la voglia di lungimiranza e il coraggio di rischiare, lo spirito imprenditoriale, l’autonomia e l’impegno civile. Tutti concetti che nel documento non si trovano e quando si trovano non si riferiscono agli studenti ma a un soggetto generico. “Ci serve il coraggio”.

L’educazione non serve a “conciare” la prossima generazione per il mondo produttivo, per il “rilancio del Made in Italy”, serve piuttosto come luogo per far crescere individui autonomi che sviluppino le proprie capacità per l’auto-determinazione con un senso di equità, responsabilità, tolleranza e convivenza con il prossimo e la natura. È la vita a porre i quesiti cui devono rispondere non le “sollecitazioni, sempre più urgenti, che provengono dal mondo dell’impresa”. Un mondo in profonda crisi perché fissato sulla crescita, sulla centralità della produzione di beni e servizi come obiettivo in se, che la prossima generazione è chiamata a cambiare e non ad adattarvisi.

Nel “Ripensare ciò che si impara a scuola” vanno benissimo la musica e la storia dell’arte, l’educazione motoria e lo sport, l’alfabetizzazione digitale e le discipline economiche. Però dove rimane il contatto con la natura, con le piante, con gli animali? L’empatia, la fantasia, la creatività e la gioia di vita, la consapevolezza di condividere una realtà comune con altri esseri senzienti nascono nell’interazione con il mondo naturale. Sarà un caso che in tutto il documento non si parla mai di sostenibilità, di una società capace di futuro? Ci si augura che si tratti di una dimenticanza, si teme che potrebbe avere a che vedere con una visione socio-tecnocratica del futuro dell’Italia con una scuola a servizio del PIL e della crescita economica (che non ci sarà).